Wintergemüse: Kältefeste Arten

Früher war es schlicht Notwendigkeit, dass man abgeerntete Beete im Herbst nicht brach liegen ließ, sondern darauf Gemüse für die Versorgung im Winter zog. Bei traditionellen Züchtungen, etwa Wirsing ‘Winterfürst’ oder Rotkohl ‘Marner Lagerrot’ liefert oft schon der Sortenname einen Hinweis auf Anbauzeit und Verwendungszweck. Doch auch typische Herbstgemüse wie Rote Beten, Sellerie und Endivien-Salat sind erstaunlich kältefest. Das gilt vor allem dann, wenn die Temperaturen langsam absinken und sich die Pflanzen allmählich an winterliche Bedingungen gewöhnen können. 

Das beste Beispiel für Wintergemüse liefert Grünkohl: Klassiker wie ‘Lerchenzungen’ entfalten ihren Geschmack erst nach und nach. Frosteinwirkung ist dafür nicht erforderlich, als günstig gilt eine lang anhaltende, mäßige Kälteperiode. Weil die Pflanzen dabei ihren Stoffwechsel verlangsamen, werden Zuckerstoffe nicht mehr in die Wurzeln transportiert, sondern reichern sich in den Blättern an. Anders, als oft behauptet, lässt sich der Effekt durch Tiefkühlen bereits früh geernteter Pflanzen leider nicht nachahmen. 

Beete umgraben - oder nicht?

Auch wenn man versucht ist, die abgeräumten Beete rasch umzugraben, damit alles schön ordentlich aussieht – über den Sinn einer Bodenbearbeitung, bei der Scholle für Scholle mit dem Spaten umgedreht wird, streiten selbst Gartenexperten. Dafür spricht, dass eindringendes und gefrierendes Wasser die Erdklumpen aufbricht und lehmige Böden dadurch leichter zu bearbeiten sind. Die so erreichte Frostgare ist jedoch nur dann von Dauer, wenn sie durch die Einsaat einer Gründüngung ergänzt wird. Dagegen erfordert die tiefe Bodenlockerung mit der Grabegabel oder dem Sauzahn weniger Kraft und schont Regenwürmer und andere Bodenlebewesen. Eine anschließend aufgebrachte dicke Mulchschicht aus Kompost und gehäckseltem Grünschnitt wirkt wie eine warme Decke. Darunter bleiben die fleißigen Helfer aktiv und verwandeln das Material bis zum Frühling in wertvollen Humus.

Das Umgraben abgeräumter Beete sollten Sie noch ein wenig hinauszögern. Besonders leicht geht die Arbeit von der Hand, wenn die obere Erdschicht leicht gefroren ist und nicht mehr an den Stiefeln oder dem Spaten kleben bleibt.

Gemüse vor Frost schützen mit Wintervlies

Wer Mangold und Endivie auch jetzt noch erntefrisch genießen möchte, sollte rechtzeitig Wintervlies für kalte Nächte bereitlegen. Auch Wurzelgemüse wie Rote Beten, Sellerie, Möhren und Winterrettiche lässt man möglichst lange auf dem Beet. Nur voll ausgereifte Knollen und Rüben können später viele Wochen oder sogar monatelang gelagert werden! Bei früher Ernte werden sie rasch weich und runzlig oder treiben vorzeitig aus. 

Gartenvlies bietet Endivie und Roten Beten Schutz vor Starkregen und Kälte. Unter der luft- und lichtdurchlässigen Decke ist die Temperatur gegenüber der Außentemperatur um 3–5 °C erhöht. Das bedeutet, die Gemüse überstehen kurze Frostperioden bis –8 °C ohne Schaden.

Unsere Empfehlung

Wintervlies zum Schutz der Pflanzen

Mit diesem Wintervlies werden Ihre Pflanzen perfekt vor Kälte und Frost geschützt sein. 

Wintergemüse ernten und richtig lagern

Günstig sind Lager-Temperaturen von 2–4 °C bei möglichst hoher Luftfeuchtigkeit. Ist der Keller eher warm und trocken, verlegt man die Vorratshaltung besser ins Freie. Eine ausgediente, ins Beet eingesenkte und mit Brettern abgedeckte Waschmaschinen- oder Trocknertrommel – ersatzweise ein preiswerter Mörtelkübel, in den man viele Luftlöcher gebohrt hat – erfüllen ihren Zweck genauso wie die früher üblichen Erdmieten.

Endiviensalat einlagern und ernten

Im Frühbeet kann Endivie noch bis Dezember geerntet werden. Eine hohe Luftfeuchtigkeit setzt den dichten Blattrosetten mehr zu als ein paar Minusgrade, oft beginnen sie darauf rasch zu faulen. An milden, trockenen Tagen nimmt man die Fenster deshalb über die Mittagszeit zum Lüften ab.

Kohl und Wirsing einlagern im Frühbeet

Beim Einlagern von Weißkohl, Rotkohl und Wirsing sind Frühbeetbesitzer im Vorteil. Sie heben die Köpfe mit dem Spaten samt Wurzelstrunk aus dem Boden und graben sie in dem Kasten bis zum Stängelansatz in lockere, feuchte Erde ein.

Rotkohl richtig einlagern

Rotkohl wie ‘Marner Lagerrot’ legt trotz der oft empfindlich kühlen Oktober- und Novembernächte noch kräftig an Gewicht zu. Ist Dauerfrost unter –7 °C angekündigt, reißt man die Köpfe samt Wurzelstrunk mit einem kräftigen Ruck heraus und lagert sie in einem möglichst kühlen, luftfeuchten Raum in Kisten ein.

Lagerung von Rote Bete und Möhren

Das Einschichten von Möhren und Roten Beten in Kisten mit feuchtem Sand ist eine bewährte Aufbewahrungs-Methode. Darin bleiben die Wurzeln und Knollen bis zum Frühjahr fest und knackig.

Wurzelgemüse ernten

Schwarzwurzeln, Pastinaken und Kerbelrübchen bleiben länger frisch und knackig, wenn man sie einfach an Ort und Stelle lässt und ganz nach Bedarf aus dem Beet holt. In Regionen mit harten Wintern empfiehlt es sich, dennoch einen Vorrat anzulegen. Friert es über einen längeren Zeitraum, bekommt man die delikaten Wurzelgemüse nämlich kaum noch aus der steinharten Erde.

Unser Tipp

Frosthartes Gemüse ernten

Selbst völlig frostharte Gemüse wie Winterspinat, Grünkohl oder Feldsalat im gefrorenen Zustand besser nicht berühren oder gar ernten! Druckstellen werden beim Auftauen braun und matschig.

Kräuter überwintern

Ausdauernde Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Salbei liefern auch jetzt noch würzige Blätter für die Küche. Die mediterranen Gewürze leiden weniger unter der Kälte als oft vermutet. Ausfälle drohen jedoch nach Witterungsperioden mit eisigen Nächten und klaren, sonnigen Tagen: Die immergrünen Flachwurzler können aus dem gefrorenen Boden kein Wasser mehr aufnehmen und vertrocknen. Der Schaden zeigt sich erst im Frühjahr, wenn man vergeblich auf den neuen Austrieb wartet. Beschattet man die Sträucher mit Tannen- oder Fichtenreisig, sind sie vor Verdunstung und anderen winterlichen Wetterkapriolen geschützt und gedeihen auch nördlich der Alpen prächtig.

Kräuter im Topf überwintern

Einzelne Kräutertöpfe frieren im Winter rasch durch. Besser packt man mehrere Töpfe zusammen in eine dekorative Zinkwanne, einen Korb oder ein anderes großes Gefäß, stopft die Zwischenräume fest mit trockenem Laub oder Rindenmulch aus und stellt das Ganze an einen vor Schnee und Regen geschützten Platz.

Unser Tipp

Noch mehr Gartentipps im Winter

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Gemüse vor Frost schützen und welche weiteren Gartenarbeiten im Winter anstehen.

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